Die dunkle Seite der Emanzipation
Anlässlich der Kachelmann-Debatte habe ich mitten im Blog von Alice Schwarzer den folgenden Beitrag platziert, der ein allgemeines Geheule unter ihren Anhängerinnen ausgelöst hat (hier können Sie es nachlesen). Wer hätte gedacht, dass ich noch mal die Buhfrau für alle strammen Feministinnen werde.
Liebe Alice Schwarzer, was ich in Ihrem Beitrag vermisse, ist eine Gegenargumentation. Hat Frau Rückert nicht völlig Recht mit ihrer Feststellung, dass die „Kachelmann-Frauen“ nicht gerade dem Bild einer selbstbewusst-emanzipierten Weiblichkeit entsprechen, das der Feminismus propagiert? Diese Damen, deren höchstes Streben es ist, sich einen Fernsehstar zu angeln, die bei jeder netten e-mail gleich die Hochzeitsglocken läuten hören und die sich dann auch noch, wenn es mit der Traumhochzeit nicht klappt, ihr Liebesleid von der Boulevardpresse vergolden lassen, sind doch eigentlich eher eine Schande für das weibliche Geschlecht. Dahin hat Ihr Weg geführt: Intelligente, emanzipierte Frauen wie Frau Rückert und Frau Friedrichsen sind jetzt ihre Gegnerinnen, während Sie sich hier auf die Seite von geistig unterbelichteten Weibchen schlagen, für die jede halbwegs selbstbewusste und selbstständige Frau – zu denen auch ich mich in aller Bescheidenheit zähle – nur Verachtung übrig hat. Dahin führt ein vernageltes Weltbild, das in allem, was ringsum geschieht, nur Bestätigung sucht für die Grundsatzthese, dass die Männer gewalttätig sind und die Frauen schuldlos unter ihnen leiden. Mit dieser Prämisse muss jedes natürliche Gerechtigkeitsgefühl verloren gehen. Wenn sich dieses Weltbild durchsetzt – was ich stark befürchte –, könnte tatsächlich jeder Mann, egal, ob schuldig oder nicht, durch „Frauen-Power“ zu Fall gebracht werden: Jede verlassene Geliebte, die sich rächen will, jede Mutter, die um ein Sorgerecht streitet, jede Scheidungswitwe, die mit ihrem Anteil nicht zufrieden ist, bräuchte dann bloß eine Beschuldigung erheben und könnte sich fest darauf verlassen, dass jemand wie Sie blindlings und ohne jede Prüfung auf ihrer Seite steht. Ein solches gesellschaftliches Klima ist schon jetzt zu spüren und hat bereits zu juristischen und menschlichen Tragödien geführt. Es ist schlimm, dass eine Bewegung, die so Positives für die Frauen bewirkt hat, ein solch übles Ende nimmt.
