Familiengeschichte mit verdorbenem Finale
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| Familienbild im Spiegel des Zeitgeschehens: "Der Apparat und die Seele" erscheint im Frühjahr 2012. |
Eine heimtückische Krankheit hat meiner Mutter das Finale ihres Lebens verdorben: Sie erkrankte an Demenz und starb in geistiger Umnachtung. Dieses Buch soll die Erinnerung festhalten, die ihr schleichend abhanden kam. Es ist die Geschichte unserer Familie über das 20. Jahrhundert hinweg. Die meisten meiner Anverwandten waren aktive Kommunisten, und so spiegeln ihre Schicksale vor allem den Aufstieg und Niedergang der kommunistischen Bewegung. Hier wurde vielen Menschen das Finale verdorben, und auch in dieser Hinsicht war es mir wichtig, die entschwindende Erinnerung festzuhalten.
Meine Großmutter trat mit sechzehn Jahren der Roten Arbeiterjugend bei, um für die Weltrevolution zu kämpfen.
Mein Großvater führte das Nomadendasein eines kommunistischen Wanderpredigers, der den Arbeitern die Erlösung durch die Marxsche Lehre verkündet.
Mein Vater schmetterte schon als Junge im Berlin der 1930er Jahre: „Wir sind die junge Garde des Proletariats!“, und entsprechend handelte er später auch.
Meine Mutter schwor sich nach der Bombennacht von Dresden, die sie hautnah miterlebte, alles zu tun, damit es nie wieder Krieg gibt.
Die Wege meiner Vorfahren führten in die DDR, wo sie die Erfüllung ihrer politischen Träume zu finden hofften. Dort wuchs ich auf, und angesichts des real existierenden Sozialismus habe ich niemals Lust verspürt, die Familienstafette weiterzutragen. Aber als sich meine Mutter in der Nacht der Demenz verlor und das Vergangene vergaß, beschloss ich, die Erinnerung festzuhalten: an eine kranke Frau, an eine Familie, an einen tragischen Irrweg der Menschheit.
Die folgenden Artikel dieser Kategorie enthalten Leseproben und ein kleines historisches Dokumentenarchiv. Das Buch ist ab sofort im einschlägigen Handel oder in meinem Literaturshop zu kaufen Im autobiographischen Teil dieser Homepage finden Sie weitere Infos zu meiner Familie.
Historische Dokumente zum Download
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| Keine Angst vor großen Tieren: Viktor Stern schrieb an Albert Einstein |
In der Familiensaga "Der Apparat und die Seele" wird eine Vielzahl von historischen Dokumenten zitiert und besprochen. Vier davon - drei Zeitungsartikel und ein Brief an/von Albert Einstein - finden Sie hier im vollen Wortlaut.
Im Sommer 1952 schrieb mein Großvater Viktor Stern an Albert Einstein in Princeton, New Jersey, einen langen Brief, in dem er seine Zweifel an der Relativitätstheorie kundtat. Einstein versah den Brief mit Randbemerkungen und schickte ihn an den Absender zurück - ein einzigartiges historisches Dokument, das in dem Buch "Der Apparat und die Seele" ausführlich besprochen wird und das hier im vollen Wortlaut nachzulesen ist.
Ebenfalls von Viktor Stern stammt das zweite hier veröffentlichte Dokument: "Den Zionismus entschieden bekämpfen" hieß ein Artikel, der im Februar 1953 im Ostberliner "Neuen Deutschland" erschien. Viktor Stern, selbst der Sohn eines Rabbiners, verteidigt darin die "antizionistische" Haltung der SED und der Ostblockregierungen, die zu massiver Judenverfolgung führte.
Ein paar Monate später, am 14. Juni 1953 erschien, ebenfalls im "Neuen Deutschland", eine Reportage von meiner Mutter Katja Stern mit dem schönen Titel "Es wird Zeit, den Holzhammer beiseite zu legen". Sie behandelte die baulichen und organisatorischen Missstände in der Stalinallee, dem damaligen Vorzeige-Bauprojekt der SED in Ostberlin. Der Artikel gilt als einer der Auslöser des Arbeiteraufstands vom 17. Juni 1953.
Das vierte und letzte Dokument stammt aus dem Jahre 1965. Es ist auch eine ND-Reportage: "Butler's Boogie" von meinem Vater Heinz Stern, ein Plädoyer für die Leipziger Beatgruppe "Butlers", die vom SED-Regime höchst misstrauisch bewacht und behandelt wurde.
Drei Leseproben aus "Der Apparat und die Seele"
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| Vater, Mutter, Kind - eine DDR-Familie marschiert; die Sterns bei der Maidemo 1955 |
Historienalbum, Pflegefalldoku und Essais zum Zeithintergrund - "Der Apparat und die Seele" erzählt eine Familiengeschichte auf mehreren Ebenen
"Der Apparat und die Seele" erzählt die Geschichte dreier Familien, die sich untereinander verschwägern, über das 20. Jahrhundert hinweg; doch das ist nur eine von verschiedenen Aspekten und Erzählebenen in diesem Buch. Mindestens ebenso gewichtig ist die Krankheitsgeschichte meiner Mutter, die an Demenz zugrunde ging. Dazu kommen noch Porträts von Zeitgenossen und Betrachtungen zum persönlichen und politischen Hintergrund.
Lesen Sie hier
- aus dem Historienteil, wie meine Mutter Katja Stern den 17. Juni 1953 erlebte
- aus dem Pflegefall-Teil die Episode einer verunglückten Weihnachtsfeier und
- aus dem Hintergrund-Teil den Essay "Lob des Fernsehens".
e-book-Version "Der Apparat und die Seele"
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| Mit schönen alten Fotografien (hier meine Großmutter Magda Gehrmann) wird auch die e-book-Version ausgestattet sein. |
Endlich liegt "Der Apparat und die Seele" als Buch vor, mit vielen Fotos, Anmerkungen und historischen Verweisen. Trotzdem ist dieses Buch nur eine Basisversion.




