Fernstudium am Leipziger Literaturinstitut

  

Tanja30
Kaffeetrinken beim lieben Gott: als Studentin am Literaturinstitut Leipzig

Das Literaturinstitut „Johannes R. Becher“ in Leipzig war als Lehrstätte für Schriftsteller und Dichter DDR-weit einmalig und damals das Mekka der Autorenzunft. Obwohl man Schreiben bekanntlich nicht lernen kann, war die Aufnahme hier „wie eine Einladung zum Kaffeetrinken beim lieben Gott“ – so formulierte es damals emphatisch eine meiner Kommilitoninnen. Nun, ganz so toll wurde es zwar nicht, aber ich habe dieses Studium – im Gegensatz zu meinem ersten in Leipzig – doch als recht produktiv empfunden. Der Austausch mit anderen werdenden Autoren war anregend, auch relativierend in Bezug auf die eigenen Ambitionen und Fähigkeiten, und die „Hausaufgaben“, die uns aufgetragen wurden, brachten einige recht brauchbare Texte hervor, so etwa

 - einen Aufsatz über Georg Büchner,

- eine Reportage über die problematische Berufsfindung von vier jungen Mädchen oder

- einen Essay zu einer Tschechow-Gestalt (alle hier nachzulesen bzw. downzuloaden).

Am Ende stand auch diesmal wieder ein Diplom, und wieder eins, das nur als Schmuck für meine Vita taugte und mit dem ich im richtigen Leben nicht das Geringste anfangen konnte.

   
© Tanja Stern