Studium an der Theaterhochschule Leipzig
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| Studentenzeit in Leipzig: Zigarette und immer schön gebildet tun |
Theaterwissenschaften in Leipzig! Ein heiß begehrtes, völlig überlaufenes Studium (man sprach von über tausend Bewerbern auf nur 16 Studienplätze), und ich war angenommen worden! Eine solche Konstellation gibt das Gefühl, etwas besonders Kostbares errungen zu haben. Noch heute bin ich versucht, einen Erfolg meines Lebens darin zu sehen, obwohl sich das Studienangebot selbst als ausgesprochen beschränkt erwies und ich bald nicht mehr überzeugt war, einen glücklichen Griff damit getan zu haben. Ich wollte nicht als Dramaturgin an ein Provinztheater gehen, wie es die Absolventen dieses Studiums für gewöhnlich taten. Im Grunde wollte ich Schauspielerin oder Schriftstellerin werden, doch beides schien mir so vermessen, dass ich nicht einmal davon zu sprechen, geschweige denn etwas dafür zu unternehmen wagte.
So hielt ich die vier Jahre durch und legte am Ende sogar mit einer Diplomarbeit über Heiner Müller einen überraschend guten Studienabschluss hin, doch die berühmten Freuden der Studentenzeit, von der andere Leute ihr Leben lang schwärmen, wollten sich mir in Leipzig nicht erschließen. Mit Unbehagen denke ich an das enge Zimmer, in dem ich zur Untermiete wohnte, an das Büffeln für die Prüfungen, die ich dann doch nur mäßig bestand, an das ZV-Lager (ZV für Zivilverteidigung), in dem wir mit Gasmasken Atomkrieg spielten, an die übelwollenden Kommilitonen, mir allesamt unendlich überlegen an Leistungskraft wie auch an Lebenserfahrung. Immerhin, ein paar Freundschaften blieben. Und es blieb ein Diplom, das mir zwar später kaum nützte, sich jedoch in meiner Vita jederzeit gut ausnahm.

