Nachtrag zum Telefonat
Im September 2009, also Monate, nachdem ich das Thema der Rentnerabzocke bei Kaffeefahrten auf meiner Homepage erstmals thematisiert hatte, meldete sich Herr Philipp wieder bei mir: Er war zufällig auf meinen Beitrag gestoßen und bekundete mir in einem ziemlich bösen Brief sein Missfallen darüber, via Internet an sein damaliges Statement erinnert zu werden. Doch die daraus entspringende Korrespondenz gewann allmählich einen freundlicheren Ton und entwickelte sich wider Erwarten zu einem anregenden Kontakt, der sich, wenn auch mit Pausen und Widerhaken, bis zum heutigen Tage fortsetzt. Zwar sind wir nie zu einer Einigkeit über das Thema Kaffeefahrten gelangt, doch wir haben immerhin ein gegenseitiges Verständnis entwickelt: Herr Philipp ist jetzt aufgeschlossen für ein Problem, mit dem er sich erst gar nicht beschäftigen wollte, und ich lernte sein Engagement innerhalb der "Grauen Panther" schätzen, obwohl ich diese Vereinigung anfangs als völlig nutzlos eingestuft hatte. Es hilft eben doch, miteinander zu reden.
Ich will mich hier aller Zitate enthalten, zumal ich nicht in jedem Fall der Erlaubnis zur Veröffentlichung sicher bin, sondern fasse nur in Kürze den Inhalt unserer Debatten zusammen: Herr Philipp plädiert für das Recht der Rentner, nicht bevormundet zu werden und über ihre Handlungen selbst zu entscheiden, auch wenn es sich dabei um die Teilnahme an betrügerischen Kaffeefahrten handelt. Der Grund für den Erfolg dieser Betrugsmasche ist seiner Meinung nach die Gier nach Schnäppchen, eine unausrottbare Eigenschaft des Menschen, die durch Verbote nicht reguliert werden kann. Ich dagegen bin für ein grundsätzliches Verbot der Kaffeefahrten und für ein energisches Vorgehen der Staatsmacht gegen diese dreiste Form organisierter Kriminalität, die sich die Schwäche des Alters zunutze macht, um Profit daraus zu schlagen. Hier geht es nicht um verzeihliche menschliche Schwächen, sondern um skrupellose Verbrechen an Wehrlosen!
Der Disput wird fortgesetzt.
